Schützensektion

 

Die Gründungssektion:
von links nach rechts: Bernhard Drügemöller als Kommandeur, Josef Thiemann, Hubert Eustermann, Franz Hermes, Fritz Zsalata, Bernhard Hagencord, Werner Brinkkötter, Heinrich Ohlmeier, Alfons Hoppe und Josef Panrek.

Bereits in den Jahren 1931 und 1932 gab es eine Schützensektion im Allgemeinen Schützenverein Vorhelm, wie den Unterlagen des damaligen ersten Vorsizenden entnommen werden kann. Jedoch ist weiteres darüber nicht bekannt, außer dass 1932 Theodor Hermes, Hermann Pohlmann und Heinrich Wöhle in die Schützensektion hinzu gewählt wurden.
Die Anfänge der heutigen Schützensektion gehen zurück auf das erste Schützenfest nach dem 2. Weltkrieg, das Pfingsten 1949 gefeiert wurde. Deutschland war damals besetzt, und die Gesetze der Alliierten verboten den Umgang mit Waffen. So kam man auf die Idee, den Vogel mit der Steinschleuder (Fletsche) abzuschießen, um einen König zu ermitteln. Fletschenkönig wurde Ferdinand Hillmer.
Während dieses Schützenfestes kam Bernhard Drügemöller mit einigen Gleichgesinnten zu der Auffassung, dass zu einem zünftigen Schützenverein auch eine Ehrengarde gehöre. Und so wurde noch im Jahre 1949 die Schützensektion gegründet. Die Bezeichnung „Sektion“ kommt ursprünglich aus dem lateinischen und steht für „Abteilung, Teil vom Ganzen“. Der Begriff ist heute im österreichischen noch gebräuchlicher. Zu Beginn gehörten der Sektion 10 Personen an. Im Laufe der Jahre wurde sie dann auf 14 Mann aufgestockt. Als Uniform dienten zunächst der Rock vom schwarzen Anzug, eine weiße Hose und ein blumengeschmückter Spazierstock als Ersatz für die noch fehlenden Waffen.

Die Sektion Mitte der 60’er Jahre
von links nach rechts: Norbert Holle, Heinz Höckelmann, Johannes Papenfort, Hugo Schulte, Adolf Keseberg, Bernhard Schlingenkötter, Helmut Eustermann, Bernhard Venker, Egon Markowski, Karl-Heinz Siebert, Kommandeur Werner Eustermann Es fehlen Winfried Papenfort und Hermann Angsmann Im Hintergrund: Oberst Bernhard Hoppe und Adjudant Helmut Avermiddig

Im Jahre 1950 konnte die Sektion als eigenständige Abteilung zum ersten Mal am Schützenfest teilnehmen. Nachdem die Gesetze der Besatzungsmächte aufgehoben wurden, konnten endlich die Spazierstöcke gegen Gewehre ausgetauscht werden. Dazu lieh man sich von den ortsansässigen Bauern Schrotgewehre. Von dieser Zeit an wurde zur Krönung und später auch zur Gefallenenehrung mit Platzpatronen Salut geschossen. Aufgrund ihrer langen Tradition ist die Schützensektion eine der wenigen Ehrengarden, die heute noch Salut schießen dürfen.
Kommandeure der Schützensektion in den ersten Jahren waren: Bernhard Drügemöller (1951-1956), August Schulte (1957-1959), Josef Thiemann (1960) und Werner Eustermann (1961-1968).
In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden dann auch die ersten Uniformjacken angeschafft. (1961 Sammlung für Uniformröcke der Schützensektion, 1969 Neue Uniformen für Sektion).
Den ersten „krönenden Höhepunkt“ erlebte die Sektion 1969 als Hugo Schulte den Vogel abschoss und damit der erste König aus den Reihen der Sektion war.

Die Schützensektion im Jahre 1978

Unter dem neuen Kommandeur Hermann Angsmann (1969-1972) wurde die Sektion 1969 neu formiert.
Im Jahre 1972 erstellte sie mit viel Eigenleistung eine neue Vogelstange im Nachtkamp. Für das Fundament wurde ein großen Loch ausgehoben. Anschließend wurde ein ausgedienter VEW-Gittermast einbetoniert, woran dann ein Kugelfang montiert wurde. Diese Vogelstange ist bis zum heutigen Tage in Betrieb und wird für den Vogel des Jungkönigs noch genutzt.
Ab 1973 war Berthold Tewes Kommadeur der Sektion.

Zu ihrem 25-jährigen Bestehen 1974 erhielt die Schützensektion eine Standarte aus Spendenmitteln. Außerdem wurden neue Uniformen und 10 eigene Salutgewehre (Mauser 98K, Kaliber 8×57 IS) angeschafft. Das Jubiläumsschützenfest wurde erstmals an 3 Tagen (23.-25. Mai 1974) gefeiert. 1978 erhielt die Sektion einen Gewehrständer von Günther Marquard.

Ein weiteres Highlight erlebte man 1979 zum 50-jährigen Vereinsjubiläum der Schützenbruderschaft Enniger. Das Verhältnis zum Nachbardorf war immer schon sehr gut, so dass die Sektion beim Schützenfest in Enniger die Ehre hatte, zur Eröffnung des Feuerwerks am Sonntagabend mit Leuchtspurmunition Salut zu schießen.

1980 löste sich die Sektion auf, der bisherige Kommandeur trat zurück. Der neue Sektionsführer Franz Schmitz bildete zunächst eine Übergangsformation. Dieser folgt dann unter Josef Hilmer 1982 eine Neuformation. Peter Lökes führte die Sektion im Jahr 1990 kommissarisch. 1990/91 wurde die Sektion unter dem Kommandeur Stefan Schlautmann nochmals neu formiert. Als Kommandeure folgten ihm danach Alfons Deitert (1995-2000), Andreas Krull (2001-2004) und Sven Huesmann ab 2004.
1999 feierte die Schützensektion im Rahmen eines Jubiläumsschützenfestes ihr 50-jähriges Bestehen. Die Karabiner von 1974 kamen beim Schützenfest 2002 zum letzten Mal zum Einsatz. Sie wurden durch reine Salutgewehre ersetzt.
Ihr Stammlokal hat die Sektion im „Gasthaus Pelmke“. In den Räumlichkeiten der Gastwirtschaft steht ein Standartenschrank, der neben der Sektionsstandarte unter anderem auch einige Pokale und Ehrentafeln enthält. Dort treffen sich die Sektionsmitglieder jeden ersten Sonntag im Monat auf der Kegelbahn, um über alles Wichtige rund um den Verein und der Abteilung zu beraten und zu diskutieren. Weitere Aktivitäten der Abteilung im Jahresablauf sind: ab 8 Wochen vor Schützenfest wöchentliche Treffen zum Marschieren und Schießen Üben, am Tag vor Christi Himmelfahrt das Waffenreinigen, im Spätsommer ein Biwak zusammen mit den Jungschützen, dabei das „Biwak-Königsschießen“, eine Gruppenfahrt an einem Wochenende, sowie Ende Dezember der Jahresabschluss in feierlichem Rahmen mit Damen, dabei finden auch abteilungsinterne Ehrungen statt. Mit Programmbeiträgen war die Sektion auch zu den Winterfesten von 1992 bis 2004 vertreten.

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by gkeily time to read: 4 min
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